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  Polybios-Chiffre - Polybios-Digraph-Chiffre 98ea86dab01b366d703969c4d1ed930b





Eigentlich ist die noch dem griechischen Philosophen und Schriftsteller benannte Chiffre (2. Jh. v. Chr.) lediglich eine Kodierung zur optischen Datenübertragung. Sie geht anscheinend auf den Versuch zurück, über eine größere Entfernung (mehrere Kilometer) speziell in der Nacht komplexe Nachrichten zu übermittlen.

Es liegt im Bereich des Möglichen, dass es sich bei dieser Chiffre um ein Relikt der römischen Kriegstechnologie handelt und bei der Kommunikation in den punischen Kriegen zum Einsatz kann. Polybios kann das während seiner 16jährigen Geiselhaft im Hause des Scipio so gehört haben oder auch nicht.

Dann wiederum stellt sich die Frage, warum Caesar nur 150 Jahre später eine primitivere Chiffre eingesetzt haben soll. Außerdem hatte das Lateinische damals noch 22 Buchstaben. Was also dazu führt, das man annehmen kann, dass die Chiffre entweder aus dem griechischen Raum stammt, wodurch sie immernoch von Polybios sein kann oder sie deutlich jünger ist. Aber das ist Spekulation.



das griechische Alphabet als Matrix angeordnet


Die Buchstaben des Alphabets werden in einer Matrix von 5x5 Feldern angeordnet. Da die Griechen/Römer nur 24 Buchstaben hatten, gab es damals etwas mehr Platz als heute mit 26 Buchstaben, wie sie das deutsche Alphabet hat.


  1 2 3 4 5
1 A B C D E
2 F G H I J
3 K L M N O
4 P Q R S T
5 U V X Y Z

Tabelle1: Matrix mit Ersetzung W = VV


Man kann die Matrix vergrößern aber üblicherweise streicht man einen Buchstaben. In der Vergangenheit haben die Buchdrucker (siehe Alphabete) beispielsweise das W durch ein doppeltes V dargestellt. Es handelt sich dabei um eine Konvention ,die ich für meine Implementierung getroffen habe und andere müssen nicht so machen.Diese Tatsache und der Fakt, dass die Buchstaben in beliebiger Reihenfolge angeordnet sein können, machen diese Kodierung zu einer Chiffre.


durch Heben von Fakeln über eine Mauer kann man Buchstaben darstellen


Interessant ist vielleicht die Datenrate bei der Kommunikation mit Fackeln (siehe Bild oben). Das Verfahren erlaubt eine Übertragung von etwa acht Buchstaben (Zeichen) pro Minute. Jedes der 24 Zeichen tritt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit auf, so dass pro Zeichen ld(24) bit = 4,59 bit Information übertragen werden (siehe auch Entropie). Pro Minute sind dies also 36,7 bit und somit 0,61 bit/s.
Signatur: Marcel Brätz 20060209 1.0

I: Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Polybios-Chiffre




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