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  Chronogramme - 'Hora ista nos pie firma virgo maria' = MMVIIIII = 2010 d309691acbb60aa858d156f06a08f4e5





Ein Chronogramm ist ein Satzteil, ein Satz, ein Sinnspruch oder eine Inschrift, meist in lateinischer Sprache, bei der alle darin vorkommenden Buchstaben, die zugleich römische Zahlensymbole sind (I, V, X, L, C, D, M), addiert die Jahreszahl des Ereignisses ergeben, auf das sich der Text des Chronogramms bezieht. Außerdem kann auch Y als Zahlzeichen mit der Wertung I+I=2 vorkommen.

In deutschen Texten kann W=V+V=10 gezählt werden. Es werden alle Zahlenwertbuchstaben entgegen der sonst üblichen Zählmethode einzeln erfasst, eine Subtraktion des kleineren vom größeren Zahlenwert erfolgt nicht. Die Zahlensymbole werden meist hervorgehoben, etwa durch Erhöhung oder Verdickung der Buchstaben bzw. durch farbliche Abhebung mittels Rötung oder Vergoldung. In speziellen Fällen kann sich die Jahreszahl auch auf die Erschaffung der Welt (3761 vor Christi) beziehen.

Im 'reinen Chronogramm' enthält jedes Wort ein Zahlzeichen (unter Vermeidung von 'Blindwörtern'), im „natürlichen Chronogramm“ stehen die Zahlzeichen darüber hinaus in der richtigen Reihenfolge, z. B. AMORE MATVRITAS = MMVI = 2006. Bleiben mögliche Zahlbuchstaben unberücksichtigt, spricht man von einem 'unsauberen Chronogramm'.

Als 'Pseudo-Chronogramm' wird ein überlieferter, meist religiöser Text bezeichnet, aus dem ein Chronogramm herausgelesen wird. Ein Chronogramm, dessen Text dem Versmaß des Hexameter folgt, heißt Chronostichon, ein solches aus Hexameter und Pentameter Chronodistichon.

Chronogramme werden überwiegend zum Zeitpunkt des Ereignisses angefertigt; sie können aber auch retrospektiv als Merkspruch oder Memorialzahl entstehen. Doppel- und Mehrfachchronogramme stellen keine Besonderheit dar, Chroniken und Devotionsschriften können sogar durchgängig aus Chronogrammen gestaltet sein. Ein Chronogramm besteht aus zwei Textebenen, indem im Basistext ein Intext mit zeitlicher Aussage verborgen ist. Als okkasionelle und artifizielle Poesie repräsentieren Chronogramme eine literarische Kleinkunstform. Außerdem bilden sie einen Bestandteil der Erinnerungskultur. Als Verschlüsselungstechnik steht die Chronogrammatik in Verbindung mit Gematrie bzw. Isopsephie.




Chronogramm als Inschrift unterhalb des goldenen Dachls in Insbruck, angebracht nach der Restauration 1671.


In der Antike waren Chronogramme noch nicht bekannt. Sie kamen im Mittelalter auf und waren besonders in der Barockzeit beliebt. Ihre Blütezeit erlebte die Chronogrammatik in der 1. H. des 18. Jh. Die Anwendung dieser Verschlüsselungstechnik breitete sich in ganz Europa aus und wirkt bis in die Gegenwart nach. Chronogramme werden an Bau- und Kunstdenkmälern (an sakralen und profanen Bauwerken, Gedenksäulen, Epitaphen, Kirchenglocken, Orgeln, Sonnenuhren), auf Münzen und Medaillen sowie in Hand- und Druckschriften angebracht.


Signatur: Marcel Brätz 20150817 1.1

I: Quelle: Wikipedia - Chronogramm
I: Release v1.0 20100504: Erste Version
I: Release V1.1 20150817: Neues Formular und Korrekturen




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